Die richtige Tastatur für Autoren: Entspannt schreiben
Gute Tastaturen sind wie gute Stifte – erst wenn man mal einen richtig schlechten in der Hand hatte, merkt man den Unterschied. Die Tücke dabei: Anders als bei einem hakenden Stift merkt man bei Tastaturen oft nicht, wie viel mehr Kraft man mit der Zeit aufwenden muss. Erst als meine Kinder anfingen, sich mit Gaming-Tastaturen zu beschäftigen, wurde klar: Meine teure ergonomische Tastatur war längst nicht mehr „gut genug“. Das geht nicht nur mir so: Viele AutorInnen investieren viel Geld in eine hochwertige Tastatur – und benutzen sie dann viel zu lange.
Also muss eine neue Tastatur her. Aber beim Kauf gehen viele Autoren und Autorinnen wenig strategisch vor: Sie greifen im Elektronikmarkt zum erstbesten Modell, das sich „irgendwie okay“ anfühlt oder kaufen eins online, das »süß« aussieht. (Hallo, Instagram und Tiktok.) Dabei verbringen wir Vielschreiber täglich Stunden mit diesem Werkzeug!
Besonders Bürotastaturen haben eine kurze Lebensdauer. Profi-Autoren und andere Vielschreiber verschleißen im Durchschnitt eine Tastatur pro Jahr. Deshalb zeige ich dir in diesem Artikel, wie du beim nächsten Kauf die perfekte Tastatur für deine Bedürfnisse findest – und wie du ihre Lebensdauer verlängerst.
Inhaltsverzeichniss
Bevor wir in die Details einsteigen: Du möchtest direkt wissen, welche Art von Tastatur für Vielschreiber wie AutorInnen am besten geeignet ist? Hier ist die Kurzfassung. Im weiteren Artikel erfährst du dann, warum diese Empfehlungen sinnvoll sind und worauf du bei der Auswahl noch achten solltest.
Warum ist eine gute Tastatur wichtig?
Bei Handgelenksschmerzen denken viele nur an die Maus oder die Tastaturablage. Aber auch deine Tastatur kann dir da Probleme bereiten – besonders, wenn du Vielschreiberin bist.
Bei jedem Tastendruck üben wir kleine, aber wiederholte Belastungen auf unsere Handgelenke aus. Die Auslösekraft jeder einzelnen Taste schwankt nach Tastatur, es können um die 45 bis 60 Gramm und mehr sein. Zum Vergleich: Eine Scheibe Toast wiegt 30 Gramm. Jemand mit Büro-Tätigkeiten in Vollzeit tippt etwa 30.000 Anschläge pro Tag – das sind 30.000 kleine Belastungen für deine Handgelenke. (In Toast umgerechnet: Du hebst pro Tag nur mit den Fingern 45.000 bis 60.000 Scheiben Toast.) Vielschreiber wie AutorInnen, LektorInnen, JournalistInnen kommen auf noch wesentlich mehr Anschläge pro Tag!
Mit einer suboptimalen Tastatur summieren sich diese Mikrobelastungen und können zu Schmerzen, letztlich zu Sehnenscheidenentzündungen oder dem Karpaltunnelsyndrom führen.
Die Lösung ist nicht unbedingt, dir eine teure ergonomische Tastatur zu kaufen.
Viel wichtiger ist:
- dass du die Tastatur regelmäßig durch eine neue ersetzt,
- dass die Größe der Tastatur und der Tasten zu deinen Fingern, Händen und deiner Tipptechnik passt,
- dass nicht die falsche Handballenauflage alles wieder zunichte macht.
Auswahlpunkt 1: Größe und Layout der Tastatur
Größe
- Vollformat (100%): Typisch Bürotastatur. Ist aber nur relevant für Nutzer, die viel mit Zahlen arbeiten.
- TKL (»Tenkeyless«, 80%): Kompakter Bau, erlaubt die Maus näher am Körper
- 75%: Guter Kompromiss zwischen Funktionalität und Platzersparnis
- 60%: Sehr kompakt, braucht Gewöhnung
Viele von euch kennen wahrscheinlich nur 100% Tastaturen, da man sie aus dem Büro gewöhnt ist. Aber für deinen Heimarbeitsplatz als Autorin benötigst du so gut wie nie 100%!
Als Textmensch kannst du die paar Zahlen auch ohne Num-Block eingeben. Vorteil bei kompakteren Tastaturen: Der »Weg« zur Maus ist nicht so weit. Besonders für kleinere Menschen (kurze Arme) und bei Handgelenksschmerzen ist das wirklich wichtig! Die Maushaltung ist dann auch besser, weil du näher am Körper agierst.
Meine Kids haben 60% Tastaturen. Mir sind die im Praxistest zu kompakt, weil die gesamte Zeile mit den F-Tasten entfällt. Vielleicht ist das bei dir anders? Probier es aus. Da ich viel mit Musik schreibe möchte ich Medientasten haben, die leicht erreichbar sind.
Für mich sind 80% und 75% die Goldilocks-Größen: Ich habe alle Tasten, die ich ständig benötige, aber die Maus ist trotzdem nah am Körper. Ich fördere das, indem ich eine Deskmatte statt Mauspad verwende. Tastatur und Maus liegen also auf einem großen gemeinsamen Untergrund direkt nebeneinander. (Mehr dazu im Artikel über Mäuse für Autoren, der nächsten Monat folgt.)
Tastaturlayout und Design
Das Layout meint, wie die Tasten auf der Tastatur angeordnet angeordnet sind. Für mich fällt auch das Design der Tastatur darunter, also z. B. wie groß die Tastatur und Tasten an sich sind und die Abstände der Tasten zueinander. Für ermüdungsfreies Arbeiten muss das zur Größe deiner Hände und deiner Finger passen.
Wenn du die Hände entspannt auf die Tasten legst und im Zehnfingerschreiben loslegst (im Gegensatz zum ‚Adler-Such-System‘ mit zwei Fingern), muss alles entspannt erreichbar sein, auch die oberste Reihe..
Je besser deine Handhaltung beim Tippen ist (also nicht ausgestreckte Finger, sondern gekrümmte, ähnlich wie beim Klavierspielen), umso kompakter kann die Tastatur sein, ohne dass du das Gefühl hast, du brichst dir die Finger,
weil alles so eng ist.
QWERTZ oder QWERTY? Augen auf beim Tastaturkauf im Internet
QWERTZ/QWERTY bezeichnet das Layout der Buchstaben auf der Tastatur.
In Deutschland gekaufte Bürotastaturen haben alle ein QWERTZ-Layout, wie man es beim 10-Finger-Tippen gelernt hat.
Aber selbst auf deutschen Shoppingseiten werden viele Tastaturen mit dem internationalen QWERTY-Tastenlayout verkauft.
Das irritiert nicht nur, weil T und Y vertauscht sind, sondern es fehlen die Tasten mit Umlauten (ä, ö, ü) bei QWERTY!
Es liegen auch viele Sonderzeichen nicht mehr auf den Tasten, auf denen man sie mal »gelernt« hat.
Von einem Umbau einer QWERTY- auf eine QWERTZ-Tastatur rate ich ab.
- Der Aufwand ist hoch (du müsstest die Tasten mit Umlauten im selben Design/vom selben Hersteller finden),
- die Kosten für spezielle Keycaps sind höher als Standardsätze
- die Softwareeinrichtung kann problematisch sein. (Denn der Computer »weiß« ja nicht, dass du die Tasten geändert hast; für ihn ist das immer noch ein QWERTY-Tastatur. Das kann man ihm mit speziellen Programmen sagen, die aber nicht an jedem Betriebsssystem funktionieren.)
Achte deshalb unbedingt beim Kauf direkt auf das richtige Layout!
Tastenanschlag (Switches)
Gucken wir uns das mal näher an: Was gibt es für verschiedene Switches und wie wirken sie sich auf dein Tippen aus?
Vorab kurz zur unten erwähnten »Lebenserwartung«: Wenn diese überhaupt von Firmen angegeben wird, ist das ein utopisch angesetzter Wert, den man vielleicht im cleanen, staubfreien Labor erreicht. Er bietet aber eine Vergleichsgröße.
Warum Gaming-Tastaturen?
Ich empfehle AutorInnen immer mechanischen Tastaturen. Beim Shoppen wirst du feststellen, dass viele der mechanischen Tastaturen (vor allem, wenn sie nicht 100% Größe haben) Gaming-Tastaturen sind. Zumindest, wenn sie bezahlbar sein sollen.
Die Gaming-Hardware-Welt kann mit ihrer Fachterminologie und den vielen Optionen erstmal einschüchternd wirken.
Aber gerade die Gaming-Community kann viel zur Verbesserung des Schreiballtags von AutorInnen beitragen mit ihrer Erfahrung in:
- Ergonomie bei langer Computernutzung
- Optimierung von Eingabegeräten (»leichteste Maus«, »haltbarste Tastatur unter Höchstbelastung«)
- Individualisierung von Hardware
- Langlebigkeit und Qualität

Merkmale Office-Tastatur: Membrantastatur
Die meisten Bürotastaturen sind Membrantastaturen.
Lebensdauer: etwa 5 Millionen Anschläge
Billig produzierbar, was sich aber nicht immer in einem günstigen Preis niederschlägt (s.u.)
Weicher Anschlag (um nicht zu sagen: schwammig), günstig, aber wenig langlebig.
Anschläge sind nicht präzise. (Das ist kein Problem, wenn du nicht im 10-Finger-System schreibst.)
Auch die teuren ergonomischen Tastaturen sind meist Membrantastaturen. Bei ihnen ist dann nicht klar, ob sie hochwertiger sind, oder du für einen billig produzierten Artikel nur für den Zusatz »ergonomisch« oder für die Marke einen satten Aufpreis zahlst.
Scissor-Switches, Scherenschalter
Scissor Switches sind häufig verbaut in Notebooks und z. B. im Apple Magic Keyboard.
Lebensdauer: etwa 10 Millionen Anschläge
Weiterentwicklung der Membrantastatur, präziser, flacher, kurzer Hub.
Ich schreibe gerne mit der Tastatur vom Macbook Pro oder einem Magic Keyboard. Sie ist zwar leise, aber man spürt ein deutliches Signal von jeder Taste. Für dauerhaftes Tippen finde ich die Tastatur (für mich) nicht geeignet, weil sie mir im Dauereinsatz Schmerzen bereitet.
Mechanische Tastaturen
Viele Gaming-Tastaturen sind mechanische Tastaturen, aber es gibt auch ergonomische und »Büro«-Tastaturen. Diese sind dann häufig wesentlich teurer als die entsprechenden Membrantastaturen.
Lebensdauer: je nach Fabrikat große Spanne; teilweise 50 Millionen und mehr Anschläge
Mechanische Bauweise
Die mechanischen Tastaturen unterscheidet man nach den Switches; das ist der Federmechanismus unter jeder Taste.
Bei einer Membrantastatur liegen unter allen Tasten zwei Matten aus Gummi-ähnlichem Material. Sie sind so ähnlich wie Luftpolsterfolie gebaut. Drückst du auf die Taste, drückst du die obere Gummimatte gegen die untere, der Stromkreis wird geschlossen und ein Tastendruck wird weitergeleitet. Bei den mechanischen Tastaturen drückst du mit dem Tastendruck einen »Stiel« unten an der Taste tiefer. Dessen »Beinchen« stellen einen Kontakt her, der den Stromkreis für diese Taste auf einer speziellen Tastatur-Platine (PCB) schließt. Eine Feder bringt anschließend die Taste wieder nach oben.
Je nachdem, welche Mechanik verbaut wird, fühlt sich der Tastendruck unterschiedlich an und klingt auch anders. Das bietet dir eine große Bandbreite, genau das Tipp-Erlebnis zu finden, das dir gefällt.
So viele Switch-Varianten wie Marketingabteilungen …
Es gibt neben den typischen 3-4 Switches, die ich unten vorstelle, jede erdenkliche Fantasiekombination.
Ich muss aufpassen, mir nicht Zeug zu kaufen, nur weil ich den Namen der Switches so schön finde. Wer schreibt nicht lieber mit Zubehör, das Panda-, Macha Latte-, Kiwi-Switches oder »creamy purple Switches« heißt. 😉 (Lecker.) Im Angebot wäre auch noch Tangerines, Lavenders, Alpaca, Mauve, Cherry Black. …
Aber das sind alles nur Varianten der zwei Bauweisen linear (ohne Druckpunkt) oder tactile (mit spürbarem Druckpunkt).

… mit »tactile clicky« Switches BLAU:
- Sie geben ein spürbares und hörbares Feedback mit jedem Tastendruck.
- Erinnern entfernt an eine elektrische Schreibmaschine
- Ideal für Menschen, die gerne eine klare Rückmeldung haben, wann der Tastendruck registriert wurde
- »clicky« Switches geben ein deutliches Klick-Geräusch ab. Ich LIEBE das beim Tippen, weil man seine eigene Produktivität »hören« kann. Mag aber nicht jede/r.
- Nachteil: Können in einem Büro als störend empfunden werden
… mit »linearen« Switches ROT oder (seltener) SCHWARZ
- "Linear« heißt, es gibt keinen spürbaren Druckpunkt
- Sehr leichtgängig, gleichmäßiger Widerstand von oben bis unten
- Beliebt bei Gamern wegen der schnellen Reaktionszeit
- Nachteil: Viele Nutzer tippen mehr Fehler, weil das Feedback fehlt. Lösung: Schwarze lineare Switches oder tactile Switches (blau, braun)
… mit »tactile« Switches (aber ohne Klick) BRAUN
- Braune Switches sind der "mittlere Weg" unter den mechanischen Switches
- Haben einen spürbaren Druckpunkt ("taktiles Feedback"), aber ohne hörbares Klicken, stattdessen spürt man einen »Bump« beim Tippen.
- Gut für Menschen, die das taktile Feedback mögen, aber in leiserer Umgebung arbeiten müssen
- Werden häufig auch unter anderen Namen verkauft, je nachdem, wie ausgeprägt der Druckpunkt ist.
… mit tactile clicky GREEN Switches
Die meisten clicky Tastaturen werden mit MX Cherry Blue-Tasten gebaut. Die Firma Razer verwenden in ihren Tastaturen auch »Razer Green Switches«. Eins der berühmtesten Modelle ist die Black Widow von Razer.
Die grünen Switches haben ein noch deutlicheres Klicken als die blauen Switches.
Gamer nervt manchmal, dass die Tasten länger »unten hängen« als bei den blauen Cherry-Switches. Wenn man schnell hintereinander dieselbe Taste drückt, reagiert diese eventuell nicht. Außer bei den 3 Punkten (…) kann ich mir beim Romanschreiben gerade nicht vorstellen, wann du häufig hintereinander dieselbe Taste verwendest.
Bauweise der Tastaturen
Bei Tastaturen gibt es verschiedene Konstruktionsweisen. Modular und nicht-modular bzw. semi-modular. Gemeint ist: Kannst du die Keycaps abziehen? Kannst du ohne Löten die Switches austauschen?
Das ist vor allem für die Reinigung (siehe unten) und die Reparatur relevant.
Membran- und Scissorswitch-Tastaturen sind immer nicht-modular.
Bei den mechanischen Tastaturen unterscheidet man:
Die Frage ist, ob hot-swappable für uns Autoren relevant ist. Du könntest dann z. B. mit roten Switches anfangen und später doch zu blauen Switches wechseln – ohne eine neue Tastatur kaufen zu müssen. Es ist auch leichter, die Keycaps nach eigenen Vorlieben zu besetzen.
Theoretisch sind die hot-swappable Tastaturen langlebiger, da man einen defekten Switch einfach und preisgünstig austauschen kann. Allerdings geht häufig nicht der Switch, sondern etwas auf der Platine kaputt. Bei vielen modularen Tasturen kann man die ganze Platine austauschen. Laut Internet ist das aber nicht ganz so einfach.
Nicht-
modulare Tastaturen
Keycaps
sind fest verbunden und Switches
sind verlötet
Semi-
modulare Tastaturen
Keycaps sind
abnehmbar
(gut zum Reinigen)
und Switches sind verlötet.
Vollständig modulare Tastaturen
Keycaps sind abnehmbar Switches sind hot-swappable (können ohne Löten getauscht werden)
Vokabeltrainer Gaming-Tastaturen und Tipps
Hier ein paar Grundbegriffe für den Tastaturkauf. Mit Einschätzung, was davon mehr fürs Gaming relevant ist und nicht für dich als AutorIn.
Switches
- Switches: Die Mechanik unter jeder Taste (auf deutsch: Schalter)
- Hot-swappable Switches: Switches und Key Caps können ohne Löten getauscht werden.
- Pre-lubed/Lubed Switches: Werkseitig oder vom Kunden geschmierte Switches für »smoothes« Tippen und weniger Geräusche. Relevant fürs Gaming (rasche Tastenfolge), aber für AutorInnen kein Muss.
Keycaps (Tastenkappen)
- PBT vs ABS: PBT ist das hochwertigere Material, wirkt weniger glänzend und hält länger
- Pudding Keycaps: Durchsichtige Seiten für LED-Beleuchtung. Rein ästhetisch, keine Auswirkung aufs Schreiben.
- Profil: Die Form der Tastenkappen (z.B. OEM, Cherry). Beeinflusst das Tippgefühl leicht. OEM hat die höchsten Tasten in der obersten Reihe; Cherry hat etwas flacherer Höhenunterschiede. Bei DSA sind alle Tasten gleich hoch. Jede Kategorie hat ihre Fans; OEM kommt am häufigsten vor.
Features
- RGB-Beleuchtung: Beleuchtung ist ein Muss für AutorInnen (es eröffnet dir mehr Schreibumgebungen). Farbige Licht ist nett, aber optional.
- N-Key Rollover: Wie viele Tasten gleichzeitig erkannt werden. Fürs Texteschreiben reichen 6 Keys.
- Makro-Tasten: Programmierbare Extra-Tasten. Für AutorInnen entbehrlich.
- Mediensteuerung: Sehr praktisch für Musik beim Schreiben. Zumindest »lauter/leiser« und »Titel vor/zurück« sollte auf den Tasten liegen. Erspart einen Wechsel des Programms und damit Ablenkung. Bei Gamingtastaturen häufig über Function-Key erreichbar.
Das perfekte Zubehör: die Handballenauflage
Verwendest du gerade Tastaturen (also nicht ergonomisch-geschwungen) würde ich immer eine separate Handballenauflage verwenden. Das bietet dir mehr Flexibilität und du kannst das Kissen separat von der Tastatur erneuern.
Am häufigsten findest du Gel-Kissen; manche bevorzugen Memory Foam als Alternative zu Gel. Wenn ich längere Zeit getippt habe, ist das Gelkissen tatsächlich bis unten durchgedrückt und man muss die Füllung erstmal wieder in Form streichen.
Manche schwören auf eine Handballenauflage aus Holz (wegen der besseren Belüftung). Mir bereitet das Schmerzen an der Hand. Probier es aus.
Handballenauflagen immer im echten Einsatz testen und nicht mit den Fingerspitzen. Sehr oft fühlen sich die Ablagen weich und schön gepolstert an – wenn du aber das Gewicht deiner Hände darauf ablegst und länger tippst, sinkst du schnell durch die Füllung auf den harten Boden.
Ich verwende deshalb eine Ablage, die unter der Gelschicht noch eine Polstertung hat. Es gibt sie nur zusammen mit einer Ablage für die Maushand – die ich aber so schlecht fand, dass ich sie gleich entsorgt habe.
Sensorik der Tastatur für AutorInnen
Bei der Entscheidung ob Membranstastur oder mechanische und welche Switches geht es für AutorInnen auch um die Sensorik.
- Hören: Es kann dich beim Schreiben beflügeln, wenn deine Tastatur deinem Gehirn immer wieder das akustische Feedback sendet »Hör mal, wie produktiv wir gerade schreiben«. Dabei hilft auch die Assoziation der clicky Switches zur Schreibmaschine und damit zu den »coolen« Autoren, die damit früher Bestseller getippt haben.
- Spüren: Ein Tastenfeedback per dezentem »bump«-Gefühl zu bekommen, empfinden die meisten Vielschreiber als produktivitätssteigernd. Es hilft schon, den Kontrast eines präzisen Tipp-tipp-tipp zu spüren, statt dem früheren »matschigen« Herumgleiten auf einer Membran. Vermutlich kein Zufall, dass z. B. Apple in vielen ihrer Macbooks Pro Scicssor-Switch-Tastaturen verbauen, um eine Annäherung an dieses Gefühl zu vermitteln.
- Sehen: Ich würde dir immer eine beleuchtete Tastatur empfehlen, damit du auch beim Tippen in dämmriger Umgebung sofort die Medientasten findest und Tastaturkürzel verwenden kannst. Vermutlich nicht nötig, aber ein nettes Extra bieten viele Gaming-Tastaturen: Meine Tastatur ist weiß und leuchtet passend zur Stimmung oder dem Projekt. Dafür benötigt sie keine Extra-Software (was am Mac manchmal knifflig wäre), sondern man stellt das per Function-Keys ein.
Die Individualität
Die Wahl ist sehr persönlich. Viele Menschen (wie ich), die einmal blaue Switches benutzt haben, mögen keine anderen mehr – gerade weil das Feedback sogar hörbar ist. Andere finden genau das störend und bevorzugen die leiseren Brown Switches oder die linearen Red Switches.
Die hot-swappable Modelle kannst du komplett individuell an dich anpassen: Switches je nach Vorliebe, Tastenkappen im Set oder einzeln kaufen, in genau den Farben, die du magst. (Wobei man für QUERTZ weniger Auswahl findet.) Vielleicht noch eine Escape-Taste mit Thors Hammer, Katzenpfote oder einem UFO …
Mehrere Tastaturen
Mein Traum-Setup, das ich auch allen AutorInnen empfehle, die Belletristik schreiben:
1.) Wenn du beruflich viel tippst, verwende eine Tastatur nur für das berufliche Tippen und den Admin-Kram etc. an.
2.) Leg dir eine separate Tastatur nur für das Schreiben deiner Romane, Memoiren, Kurzgeschichten, Fanfiction zu.
3) (optional) Wenn du Sachbücher und Belletristik schreibst, kann es dir helfen, sogar 3 Tastaturen zu haben. Dann hält auch jede einzelne Tastatur länger durch, insofern sind das nicht so große Mehrkosten.
Die Tastaturen müssen sich DEUTLICH in der Haptik oder Sensorik unterscheiden!
Es macht keinen Sinn, eine Membrantastatur mit einer anderen abzulösen. Der Effekt soll sein: Du legst die Bürotastatur weg und deine »Autoren«-Tastatur ist z. B. tactile und clicky, dadurch speicherst du mit jeder Schreibsession tiefer ab: »Jetzt geht es los mit dem Schreiben von Geschichten.« Umso weniger springst du in Gedanken zu beruflichen Deadlines und Todos oder übernimmst innere Kritik, die sich an deine berufliche Tätigkeit geheftet hat.
Tastaturen ausprobieren und kaufen
Tastaturen zum Ausprobieren zu finden, kann schwierig sein, wenn du keine Gamer in deinem Bekanntenkreis hast. (Und wenn die alle rote Switches bevorzugen, hilft dir das auch nicht weiter.) Viele Elektronikmärkte konzentrieren sich leider auf 100% Modelle (also 100% Größe); dabei vor allem auf Office-Membrantastaturen und höherpreisige mechanische Mainstream-Modelle (z. B. von Razer), die bei Gamern beliebt sind.
Hier ein paar Ideen, wie du deine ideale Tastatur finden könntest.

1. Online-Bestellungen mit Rückgaberecht
Viele Online-Shops wie Caseking oder auch kleinere Spezialhändler für Hardware bieten ein großzügiges Rückgaberecht. Auch Plattformen wie Notebooksbilliger.de oder Alternate.de haben oft 75% Tastaturen mit detaillierten Filtern nach Layout, Farbe und Switch-Typ (»Schaltercharakteristik« auf Deutsch).
Sie müssen das QWERTZ-Tastenlayout (Deutschland) haben und nicht QWERTY! (siehe Info oben)
Du könntest (nacheinander) mehrere Tastaturen bestellen, sie zu Hause kurz testen und die zurücksenden, die nicht passen
2. Community und Foren
Plattformen wie Reddit (z. B. r/MechanicalKeyboards oder r/GermanKeyboards) bieten die Möglichkeiten, um Erfahrungen nachzulesen und sich auszutauschen. Oft berichten andere Nutzer von ihrer Erfahrung mit spezifischen Modellen.
Lass dich aber nicht verunsichern! Es gibt Tastatur-Freaks genauso wie Audio-Freaks. Du suchst nicht »die tollste Tastatur, die je erschaffen wurde«, sondern die, die dir persönlich perfekt beim Schreiben deiner Texte gefällt. Das muss nicht dieselbe sein, die perfekt für einen Gamer ist.
3. Teststationen bei Fachhändlern und auf Messen
Einige kleinere, spezialisierte Händler bieten manchmal Teststationen für Tastaturen oder Switches an.
Alternativ kannst du auf Messen wie der Gamescom oder der DreamHack Hannover (früher DreamHack Leipzig) ausgestellte Tastaturen ausprobieren.
Gebraucht kaufen?
Gute mechanische Tastaturen (vor allem: gute ergonomische mechanische Tastaturen) können richtig teuer sein. Manche Leute verkaufen (angeblich) kaum gebrauchte Tastaturen bei eBay oder Kleinanzeigen.de. Bringst du die Expertise mit, eine Tastatur zu warten und ggf. zu reparieren, kann es sich lohnen, dort gezielt nach deinem Wunschmodell in »gebraucht« zu suchen.
Pflege und Wartung deiner Tastatur
Um die Lebenserwartung deiner Tastatur zu verlängern, solltest du sie mit einer Abdeckung vor Staub schützen und regelmäßig reinigen. (Protipp: Nichts direkt über der Tastatur trinken und essen. Aber welche AutorIn hält das schon durch? 😉 Ich empfehle Gummibärchen statt Kekse.)
Membrantastaturen kann man mit bestimmten Gelen, »Schleimbällen« und mit Spray getränkten Kissen reinigen. Ihr Innenleben ist ziemlich gut vor Staub, Flüssigkeiten und anderem Dreck geschützt.
Die Reinigung für deine mechanische Tastatur könnte wie folgt aussehen je nachdem, ob das Modell modular ist oder nicht.
Basis-Reinigung (regelmäßig)
- Tastatur umdrehen und sanft ausschütteln
- Mit Druckluftspray (niedrige Stufe!) zwischen den Tasten reinigen
- Mit leicht feuchtem Mikrofasertuch die Oberfläche abwischen
Gründliche Reinigung (alle paar Monate)
- Bei abnehmbaren Keycaps: Keycaps abnehmen, Keycaps (nicht die Switches!) in lauwarmem Wasser waschen, auf einem Handtuch ausgebreitet gründlich trocknen lassen. Währenddessen den Rest der Tastatur reinigen.
- Vorsichtig mit leicht (!) angefeuchtetem Q-Tip oder Pinsel zwischen den Tasten reinigen
- Druckluft verwenden
Wichtig:
- Nie Reinigungsgel bei mechanischen Tastaturen verwenden
- KEIN Reinigungsgel – das kann Rückstände in der Mechanik hinterlassen!
- Keine aggressiven Reinigungsmittel
- Immer darauf achten, dass keine Flüssigkeit in die Switches kommt
Alter der Tastatur
Eine Tastatur sollte spätestens dann ausgetauscht werden, wenn:
– Einzelne Tasten auch nach der Reinigung nicht mehr zuverlässig reagieren. (Häufig sitzt nur ein Krümel unter der Taste.)
– Die Handballenauflage abgenutzt ist
– Die Neigung nicht mehr stabil eingestellt werden kann
– Die Tasten unterschiedliche Druckpunkte aufweisen (Manche Leuten behaupten, das sei ein Zeichen, dass sich die Tastatur an deine Art zu Tippen angepasst hat. Ja, sie hat sich angepasst – aber das ist nichts Gutes. Sie muss ausgetauscht werden, weil das »Anpassen« nur durch Verschleiß der Tastatur passiert.)

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Hej! Ich heiße Nina, habe lange als Verlagslektorin, Autorin und Ghostwriterin gearbeitet.
Alles, was ich gelernt habe, setze ich jetzt ein, um Menschen dabei zu unterstützen, ihre Texte, Herzensbücher und Businessbücher zu veröffentlichen.
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